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Artikelnummer: 122256

Wagenfeld Teekanne

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Produktbeschreibung

Dem Bauhaus ist diese Teekanne gleich zweifach verbunden, obwohl sie erst 1931 als Teil einer ganzen Serie für das Jenaer Glaswerk Schott & Gen. entstand: in ihrer unbedingten Ausrichtung auf Funktionalität, dekorlose Schlichtheit und skalierbare Reproduzierbarkeit – und durch die innovative Werbekampagne, die von Wilhelm Wagenfelds Lehrer am Bauhaus, László Moholy-Nagy, gestaltet wurde. Revolutionär funktional war die Kanne, weil man mit ihr Tee nicht nur servieren, sondern auch direkt zubereiten konnte, anstatt ihn separat ziehen zu lassen und dann zum Servieren durch ein Sieb in die eigentliche Teekanne zu gießen. Hergestellt wird die Kanne nach wie vor aus mundgeblasenem Borosilikatglas: Das hitzebeständige, chemisch resistente und gleichzeitig dünn und schlagfest verarbeitbare Material war 1893 von Otto Schott als neuartiges Laborglas entwickelt worden.

Wilhelm Wagenfeld (1900–1990)

Keinem anderen Bauhaus-Schüler gelang die Verbindung der theoretischen Gestaltungsprinzipien mit ihrer auf industrielle Produktion ausgerichteten, praktischen Umsetzung derart erfolgreich wie Wilhelm Wagenfeld: Der gebürtige Bremer kam nach einer Lehre als technischer Zeichner in einer Silberwarenfabrik und diversen weiteren Stationen 1923 ans Bauhaus in Weimar, wo in rascher Folge eine ganze Reihe von Entwürfen entstand – darunter die als Wagenfeld-Leuchte berühmt gewordene Tischleuchte WG 24. Als das Bauhaus 1925 nach Dessau umzog, blieb Wagenfeld in Weimar. In der Metallwerkstatt der neu gegründeten Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst Weimar übernahm er zunächst eine Assistentenstelle und später die Leitung.

Für eine ganze Reihe namhafter Auftraggeber schuf Wilhelm Wagenfeld später eine Vielzahl von Entwürfen – etwa für das Jenaer Glaswerk Schott & Gen., die Württembergische Metallwarenfabrik oder die Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Im Mittelpunkt standen dabei sowohl die praktische Verwendbarkeit der Entwürfe als auch deren rationalisierte Herstellung, die erstmals breiten Bevölkerungskreisen einen Zugang zu anspruchsvollem Design und hochwertigen Alltagsprodukten eröffneten. Für Wilhelm Wagenfeld selbst bedeuteten sie den Schritt vom Gestalter der Bauhaus-Tradition zu einem der ersten
echten Industriedesigner.

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